Westgrat

Passend zum meteorologischen Sommeranfang wird das Wetter endlich mal wieder besser – ein schöner Zufall, dass wir schon seit längerem geplant haben an diesem Wochenende an die Ruchenköpfe zum Alpinklettern und Biwakieren zu fahren!

Mit der BOB geht es nach Geitau, von wo aus wir ungefähr 700 Höhenmeter zum Soinsee aufsteigen wollen um dort unser Biwaklager einzurichten und im Anschluss noch den Westgrat der Ruchenköpfe zu klettern.

Unsere Rucksäcke sind ganz schön schwer – dabei haben wir (unter anderem):

  • 4 Liter Wasser
  • Essen für zwei Tage
  • Isomatte und Schlafsack
  • Biwaksack
  • Halbseile
  • Alpinkletterausrüstung
  • Stirnlampe
  • Regenjacke
  • Daunenjacke
Ganz schön schwere Rucksäcke...

Trotzdem sind wir im Aufstieg recht zügig unterwegs und erreichen unseren Lagerplatz am Soinsee schneller als gedacht.

Vorbei am Segelflugplatz geht es in Richtung Ruchenköpfe.
Materialdepot am Biwakplatz.

Vom Soinsee aus geht es nochmal 200 Höhenmeter bis zum Einstieg des Westgrats – ohne die schwere Biwakausrüstung ist dieses letzte Stück aber überhaupt kein Problem mehr, obwohl noch recht viel Schnee liegt.

Ohne die großen Rucksäcke geht es sich deutlich leichter.
Ganz schön viel Schnee im Zustieg.

Der Einstieg zum Grat ist schnell gefunden und wir beginnen direkt mit dem Klettern. Unterwegs sind wir in einer 3er- und zwei 2er-Seilschaften.

Jonas in der ersten Seillänge.

Die erste Seillänge führt durch eine schrofige Verschneidung erst einmal auf den Grat hinauf, danach geht es mehrere Seillängen auf und ab über recht einfaches Gelände bis zum Hauptgipfel.

Hier kann man gemütlich den Grat entlang laufen.
Sebi kurz vor dem Schlingenstand.
Jonas und Sebi im Westgrat.
Gleich geht es nochmal steiler auf den Hauptgipfel.

Die letzten beiden Seillängen sind gleichzeitig die beiden Schlüsselseillängen – der Klemmblockkamin und der Weiberschreck. Hier geht es nun etwas steiler auf den Hauptgipfel hinauf.

Sebi sichert die Schlüssellänge.
Consti im Klemmblockkamin.
Jonas beim Ausstieg aus dem Klemmblockkamin.

Am Ausstieg angekommen folgen blad noch die beiden anderen Seilschaften und wir beginnen direkt damit alle Seile aufzunehmen und uns bereit für den Abstieg zu machen.

Jakob und Fabi im Ausstieg aus dem Westgrat.
Ab hier geht es erstmal seilfrei weiter.

Wegen des vielen Schnees ist der Fußabstieg über die Schnittlauchrinne leider noch nicht möglich und wir entscheiden uns dazu, stattdessen die Abseilpiste zu nehmen.

Am Wandfuß angekommen ziehen wir die Seile ab und rutschen in kurzer Zeit über die Schneefelder zu unserem Biwakplatz zurück.

Runter geht es schneller als rauf.
Abentlicher Abstieg zum Biwakplatz.

Im Lager angekommen essen wir noch zu Abend, bevor alle recht bald in ihren Schlafsäcken verschwinden.

Unser Biwakplatz direkt am See.
Zum Glück liegt nicht mehr überall Schnee.

Dülferriss & neue Südwand

Erst gegen 9 Uhr stehen wir auf und überlegen uns den Plan für den heutigen Tag. Zur Wahl steht entweder Sportklettern zu gehen oder nochmal Mehrseillängen bis auf den Gipfel zu machen. Wir entscheiden uns schließlich dazu, uns auf zwei Routen in der Südwand aufzuteilen, den Dülferriss und die Neue Südwand – zwei echte Klassiker. Dafür nehmen wir das nochmal etwas langwierige Abseilen mit der ganzen Gruppe doch gerne in Kauf.

Sozusagen unser Vorgarten.

Wieder geht es über die steilen Schneefelder hinauf, allerdings ist es heute deutlich wärmer als am Vortag.

Während des Zustiegs haben wir nochmal einen schönen Blick auf den kompletten Westgrat und die Routen des heutigen Tages in der Südwand.

Link der Westgrat - mittig die Neue Südwand und der Dülferriss.

Unsere 3er-Seilschaft startet direkt in die Neue Südwand, die anderen beiden Seilschaften nehmen sich den Dülferriss vor.

Die Routen an der Südwand sind schon deutlich steiler als der Westgrat und man muss auch mal richtig zupacken.

Fabi im Dülferriss am Beginn der Schlüsselseillänge.
Jonas im oberen Teil der Neuen Südwand.

Die Seilschaften sind inzwischen gut eingespielt und wir erreichen recht bald den Gipfel – mit drei, beziehungsweise vier Seillängen sind die Routen aber auch nicht besonders lang.

Am Gipfel der Ruchenköpfe.

Das Abseilen funktioniert heute auch nochmal etwas schneller als am Vortag und wir liegen gut im Zeitplan, als wir am Wandfuß ankommen.

Nun geht es nur noch schnell am Lagerplatz vorbei, unsere restliche Ausrüstung aufsammeln, und schließlich mit den (nicht mehr ganz so) schweren Rucksäcken zurück ins Tal und mit der BOB zurück nach München.

Runter geht es wieder deutlich schneller als rauf!
Abstieg nach Geitau.

Wer mehr Infos zum Alpinklettern an den Ruchenköpfen sucht, findet hier die Topos der Touren, die wir gemacht haben:

Ruchenköpfe Westgrat

Ruchenköpfe Südwand