Sonnblickbasis

Bereits um 6 Uhr morgens starten wir in München mit unserem Stattauto-Bus vom Candidplatz in Richtung Hohe Tauern – nach der staufreien Anfahrt und den nur 350 Höhenmeter Aufstieg zur Hütte bleibt uns noch genügend Zeit für ein ausgiebiges LVS-Training inklusive anschließendem Verschüttungs-Szenario.

LVS-Szenario.

Beim Szenario merkt man, dass die LVS-Suche in Zukunft noch deutlich mehr trainiert werden muss, um auf eine gute Zeit zu kommen. Wegen kleiner Ungenauigkeiten beim Einkreuzen und sondieren haben die Kids etwas über 25 Minuten gebraucht um einen Verschütteten in etwa einem Meter Verschüttungstiefe auszugraben.

Nachmittags feilen wir nochmal etwas an der Spitzkehren-Technik, bis es Zeit fürs Abendessen ist. Nach dem Essen planen wir unsere Tour für den nächsten Tag, bevor es schließlich, ins heute noch recht überfüllte, Matratzenlager zum Schlafen geht.

Seekopf und Kolmkarspitze

Morgens erkennt man durchs Fenster bereits strahlend blauen Himmel und auch der Lawinenlagebericht sieht günstig für unsere geplante Tour über den Seekopf auf die Kolmkarspitze aus. Nach einem leckeren Frühstück treffen wir uns vor der Hütte und bereiten unsere Ausrüstung vor. Fabi übernimmt den LVS-Check der Gruppe und dann geht es auch schon los.

Im Rauriser Urwald.

Nach dem Wald erreichen wir die weitläufigen Almwiesen bei der Durchgangalm. Von hier kann man bereits die beiden Gipfel erkennen, von denen uns noch knapp 1000 Höhenmeter trennen.

Nach dem Wald erreichen wir freie Almwiesen.

Der weitere Anstieg auf den Seekopf – den ersten der beiden Gipfel – verläuft größtenteils über weite, nicht allzu steile Hänge.

Aufstieg zum Seekopf.

Die letzten Meter folgen wir einem breiten Rücken unschwierig auf den kleinen Gipfel des Seekopfs. Wir machen eine kurze Pause und genießen den Blick ins Herz der Hohen Tauern.

Kurze Pause am Seekopf-Gipfel.

Jetzt rutschen wir mit unseren Fellen erstmal ein paar Meter in den flachen Sattel zwischen den beiden Gipfeln hinab.

Im Sattel zwischen Seekopf und Kolmkarspitze.

Der Gipfelanstieg auf die Kolmkarspitze ist dann nochmal etwas steiler und abgeblasen, sodass wir die Ski an die Rucksäcke schnallen und die letzten Meter hinauftragen.

Gipfelanstieg auf die Kolmkarspitze.
Die letzten Meter bis zum Gipfel.

Am Gipfel angekommen gibt es erstmal für alle Gipfelschokolade. Für manche, die auf der letzten Tour im Sellrain nicht dabei waren, ist die Kolmkarspitze mit ihren 2.529 Metern sogar ihr bisher höchster Gipfel!

Auf dem geräumigen Gipfel der Kolmkarspitze.
Pipo checkt das Gelände.

Leider gibt es vom Gipfel keine gute Direktabfahrt für unsere Gruppe, sodass wir die Ski wieder in den Sattel hinunter tragen müssen um von dort über die Südhänge abzufahren.

Sophia beim Abstieg vom Gipfel.
Es geht wieder hinunter in den Sattel.

Windgeschützt vom Filzenkamm hat sich in diesen Hängen super Pulverschnee gehalten, der die Abfahrt zum absoluten Genuss macht.

Wir ziehen die ersten Spuren in die Hänge.
Im Hintergrund der Filzenkamm.

Eisklettern

Am nächsten Tag läuft mal nicht alles nach Plan – Moritz ist leider über Nacht krank geworden und muss zurück ins Tal gebracht werden, wo sein Vater ihn abholen kann. Die anderen sind solange auf Tour in Richtung Naturfreundehaus Neubau, wo dann eigentlich entschieden werden soll, ob es weiter in Richtung Hoher Sonnblick geht, oder in die andere Richtung bis zur Scharte unter der Herzog-Ernst-Spitze. Wie im Wetterbericht vorhergesagt trifft uns während des Aufstiegs aber bald der Süd-Föhn mit Böen bis 100km/h.

Stürmisches Wetter im Aufstieg.

Die Rinne hinauf zum Naturfreundehaus Neubau ist voller Triebschnee und als die ersten Kinder wegen des Windes im Stehen umfallen, drehen wir direkt wieder in Richtung Hütte um, wo wir in einem etwas windgeschützteren Bereich noch ein Schneeprofil graben und einen Rutschblock vorbereiten, um die Funktionsweise von Schneebrettlawinen zu demonstrieren.

Wir ertasten die verschiedenen Härtegrade der Schneeschichten.

Da der erste Rutschblock in einem Hang knapp unter 30° angelegt war, müssen wir nochmal einen zweiten Block in steilerem Gelände graben, der sich dann auch tatsächlich ohne Probleme auslösen lässt.

Wieder an der Hütte angekommen klettern wir noch etwas am Eisturm und üben Steigeisen- und Pickeltechnik an der künstlichen Eiswand direkt vor der Hütte. Hier ist es fast windstill und man bekommt vom Föhnsturm kaum was mit, außer der mächtigen Windfahnen an den Gipfeln und Kämmen in der Umgebung, die man beobachten kann.

Fabi und Sophia an der Übungswand.

Jeder Klettert zwei bis drei Mal am Turm, dann geht es zurück in die Hütte wo wir gemeinsam Munchkin spielen.

Bockhart

Über Nacht hat sich der Wind komplett gelegt und wir haben 20cm Neuschnee dazubekommen – ideale Bedingungen für einen letzten schönen Powder-Tag! Als Tourenziel haben wir uns für heute den Bockhart herausgesucht: Von der Hütte sind es ungefähr 700 Höhenmeter bis zum Gipfel und von dort dann schließlich knapp 1000 Höhenmeter Abfahrt zurück zum Parkplatz!

Der Weg führt uns erst einmal wieder durch den Rauriser-Urwald in Richtung der Durchgangalm, die wir schon zwei Tage zuvor auf unserem Weg zur Kolmkarspitze passiert haben. Wegen des Neuschnees sind die Spurend der Vortage nicht mehr sichtbar und so verpassen wir direkt die richtige Abzweigung auf den Sommerweg und müssen uns unsere eigene Spur suchen und anlegen.

Letztendlich erreichen wir dann aber doch ohne allzu große Umwege die Almwiesen bei der Durchgangalm.

Die Almwiesen bei der Durchgangalm.

Als Begleitung haben wir heute noch den Hund des Hüttenwirts dabei, der sich morgens immer einer der ersten Gruppen anschließt, die von der Hütte starten.

Unser ständiger Begleiter.

Der Himmel klart immer mehr auf und wir machen zügig die ersten Höhenmeter über sanfte Kuppen und durch komplett unversperrtes Gelände in Richtung Bockhartscharte.

Im Hintergrund der Hohe Sonnblick und der Hocharn.
Über sanfte Kuppen geht es bergauf.
Fabi im Aufstieg zur Bockhartscharte.

Den letzten etwas steileren Hang hinauf zur Scharte beurteilen wir nach dem Lawinenmantra und sind uns im Anschluss einig, dass wir hier problemlos spuren können. Nach diesem letzten anstrengenderen Stück erreichen wir schließlich die Scharte.

Die Hänge lehnen sich wieder etwas zurück als wir die Scharte erreichen.
Wir kommen in der Bockhartscharte an.

Wir richten ein Skidepot ein und gehen die letzten steilen und felsigen Meter zu Fuß auf den Gipfel.

Der Gipfelanstieg auf den Bockhart.

Oben angekommen gibt es wieder die obligatorische Gipfelschokolade und wir genießen die Aussicht bei genialem Wetter und Fernsicht.

Am Gipfel des Bockhart.

Nach einer kleinen Pause geht es zurück zum Skidepot und wir machen uns bereit für die Abfahrt.

Ein letztes Mal genießen wir die Aussicht.
Es geht zurück zum Skidepot.
Wir machen uns bereit für die Abfahrt.

Wie so oft diesen Winter haben wir wieder Mal absolut geniale Schneeverhältnisse! Die Abfahrt bis zur Waldgrenze hat auf jeden Fall fünf von fünf Sternen verdient und toppt sogar noch die Abfahrt von der Kolmkarspitze!

Unsere Spuren.

Die restliche Abfahrt geht nun durch den Wald. Hier finden wir direkt eine passende Variante und kommen genau beim Parkplatz raus.

Etappenweise arbeiten wir uns im Wald voran.
Kurz vor dem Parkplatz.