Aloha Nordatlantik!

Früh morgens erreichen wir Zarautz im nordspanischen Baskenland. Da unser Campingplatz noch geschlossen hat, beschließen wir kurzerhand am Strand zu biwakieren um noch etwas zu schlafen. Als wir aufwachen, können wir bereits die ersten Surfer in den Wellen beobachten. Bald werden wir uns selbst in den kühlen Nordatlantik wagen, um Surfen zu lernen!

Unser gemütlicher Schlafplatz am Strand.
Der erster Blick auf die Wellen am Morgen.

Erstmal brauchen wir aber ein Frühstück und etwas Zeit um uns von der langen Anreise zu erholen. Am Strand finden wir schnell ein kleines Lokal, bei dem wir verschiedene Pinchos bestellen. Pinchos sind sozusagen die nordspanischen Tapas, die vor allem in der Gegend um San Sebastian verbreitet sind.

Pinchos sind die nordspanischen Tapas.

Den Rest des Tages verbringen wir am Campingplatz damit unser Lager aufzubauen und uns zu entspannen.

Moritz spielt Ukulele.

Surfing The Basque Country

Für die erste Woche haben wir für unsere Gruppe in der Pukas Surf Eskola zwei Trainer organisiert, um uns zu unterstützen und uns alle Basics beizubringen.

Vor unserer Surfschule.

Da wir etwas zu früh an der Surfschule ankommen, dürfen wir uns für die Wartezeit SurfSkates ausleihen – das sind Skateboards bei denen sich die vordere Achse drehen kann und die sich deshalb ziemlich genau wie Surfbretter im Wasser verhalten.

 

Moritz im Pool.
Nici im Pool.

Nach einer kurzen Einführung der Trainer und ein paar Übungen zum Aufstehen auf den Softboards und zum Paddeln geht es auch schon direkt ins Wasser.

 

Trockenübungen.
Gleich geht es ins Wasser!

Das Weißwasser stellt bald keine Herausforderung für uns da und wir paddeln schon nach kurzer Zeit die ungebrochenen Wellen weiter draußen an. Auch hier bleiben die ersten Erfolge nicht lange aus!

Sharing the wave.
🤙
Wuhuu!
Sebi surft dem White-Wash davon.

Am Ende der ersten Woche sind wir alle soweit um auch ohne Trainer sicher unterwegs zu sein! Wir bekommen von der Moor Surf Eskola ein gutes Angebot für weitere sechs Tage Materialverleih und können so die kompletten Tage am Strand verbringen und Surfen wann wir wollen. Meistens läuft es auf eine Mittags- und eine Nachmittagssession hinaus mit zwei bis drei Stunden Pause dazwischen in denen wir etwas essen und die Stadt mit ihren zahlreichen Surfshops, Cafés und Eisdielen erkunden.

Mittagessen direkt am Meer.
Transportmittel der Wahl.

Jeden Tag machen wir mehr Vorschritte und alle sind super motiviert mehr zu lernen. Abends werden Videos zur richtigen Paddeltechnik und zum Aufstehen angeschaut um am nächsten Tag mit dem neu erlangten Wissen direkt an der eigenen Technik zu feilen.

Life is better in board shorts.
Nordatlantikwetter.
Ganz schön lang so ein Longboard.
Freie Boardwahl.
Till vor der Moor Surf Eskola.
Emma macht Pause.
Gleich geht es nochmal ins Wasser.

A Plastic Ocean

Seitdem wir bei der Cleanseas-Umweltkampagne teilnehmen haben wir uns schon öfter mit der Problematik von Plastikmüll im Meer beschäftigt. Jetzt war es aber so weit, selbst mal am Strand zu schauen, was wir dort so vorfinden.

Leider werden wir sehr negativ überrascht: An der Hochwasserlinie gibt es am knapp 2,5 Kilometer langen Strand in Zarautz kaum einen Meter, an dem man kein Plastik findet!

Solche Müllhaufen findet man alle paar Meter.

Von kleinen Rohplastikpellets bis hin zu großen Flaschen, Tüten und Tonnen ist alles dabei. Unsere meist gefundenen Gegenstände sind:

  • Plastiküten und Verpackungen
  • Fischernetze
  • Strohhalme
  • Schraubverschlüsse und Deckel
  • Flaschen und Behälter
  • Pellets (Rohplastik)

Schon nach wenigen Metern sind unsere Mülltüten gefüllt und wir müssen bei Restaurants und Cafés am Strand für Nachschub sorgen. Nach etwa 45 Minuten haben wir gute 300 Meter Strand vom gröbsten Plastikmüll befreit.

Emma sammelt fleißig Plastikteile ein.
Unsere Ausbeute nach nur 45 Minuten.

Gerade die kleinen Pellets, die zur Herstellung von größeren Kunststoffteilen verwendet werden und meist durch über Bord gegangene Container ins Meer gelangen, sind schwer einzusammeln und ausfindig zu machen. Bei genauerer Suche lassen sich fast auf jedem Quadratmeter Sand welche finden!

Plastikpellets findet man überall im Sand.

Leider wird das nächste Hochwasser wieder einiges an Plastik anschwemmen und unsere Aktion bleibt nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Kinder und wir haben aber nun auf jeden Fall ein besseres Verständnis der Ernsthaftigkeit der Plastikmüll-Problematik! Jetzt kann man sich tatsächlich vorstellen, dass die Vorhersagen, dass 2050 mehr Plastik im Meer sein wird als Fische, realistisch sind – falls wir so weiter machen wie jetzt…

Mehr Informationen zur Cleanseas-Kampagne findet ihr hier:

http://www.cleanseas.org/get-informed

Weder Spanien noch Frankreich

Auch durch seine schöne Landschaft und besondere Kultur überzeugt uns das Baskenland sehr. An unseren Ruhetagen haben wir uns die Städte Bilbao, San-Sebastian, Zarautz und ein paar kleinere Fischerorte angeschaut.

Vor dem Guggenheim-Museum in Bilbao.

Einerseits sprechen die meisten Leute hier zwar als Muttersprache Französisch oder Spanisch und man findet auch im Supermarkt hauptsächlich dieselben typischen Produkte dieser beiden Länder, andererseits hängen über den Tourismusinformationsstellen aber Fahnen mit Aufschriften wie „Du bist weder in Spanien noch in Frankreich, Du bist im Baskenland!“. Auch im Radio läuft viel traditionell baskische Musik und man wird regelmäßig als erstes auf Baskisch angesprochen. Auch Schilder sind meist als erstes auf Baskisch beschriftet, einer sehr seltsamen Sprache, die mit keiner anderen europäischen Sprache vergleichbar ist.

Wir schlendern durch San Sebastian.

Alles in allem ist das Baskenland zu 100% einen Besuch wert. Gerade in Verbindung mit Surfen hat man hier ein top Ziel mit interessanter Kultur, toller Landschaft und super Wellen! Fast an jeder Ecke gibt es Surfshops und -Schulen mit günstigem Materialverleih. Da die meisten Wellen hier über großen Sandbänken brechen und es praktisch keine Riffe und Felsen im Wasser gibt, ist das Gebiet für Anfänger sehr gut geeignet – Wir kommen gerne wieder🤙🏄‍

 

Sonnenuntergang am Meer.
Rückweg nach München.