Going North! 

Vor mehr als sechs Monaten haben wir mit der Planung für unsere große Sommertour nach Schweden begonnen. Seitdem haben wir uns immer wieder getroffen um verschiedene Planungsaufgaben durchzusprechen, die die Kinder selbst übernommen haben. Es ging dabei zum Beispiel darum, welche Reiseroute wir nehmen, wo und wie wir übernachten, welche Städte wir besichtigen wollen, was man in den verschiedenen Gebieten alles unternehmen kann und wie viel uns Fähren und Brücken kosten. Unsere Planung wird uns allerdings während der Reise nur als grobe Orientierung dienen, wir wollten uns nämlich von Anfang an nicht zu sehr festlegen und die Freiheit behalten, von der geplanten Route abweichen zu können oder auch mal was komplett über den Haufen zu werfen.

So sah unsere tatsächliche Route letztendlich aus.

Unsere erste Tagesetappe führt uns von München bis nach Sassnitz auf Rügen, wo wir um 23 Uhr unsere Fähre nach Trelleborg erwischen müssen. Bevor es Richtung Norden geht, besorgen wir uns aber beim nächsten Supermarkt noch Lebensmittel für die ersten drei Tage.

Die Fahrt verläuft gut und wir kommen ohne Stau nach ungefähr acht Stunden Fahrzeit auf Rügen an. Da uns noch etwas Zeit bleibt, bevor wir zur Fähre müssen, fahren wir erstmal noch ans Meer und schauen uns dort den Sonnenuntergang an.

Sonnenuntergang auf Rügen.

Die Fahrt mit der Fähre nach Trelleborg dauert ungefähr fünf Stunden. Nachdem wir vom Deck aus das Ablegen beobachtet und im Anschluss das Schiff ausgiebig erkundet haben, bleibt uns noch etwas Zeit zum Schlafen.

In Schweden angekommen, beschließen wir, gleich noch weiter Richtung Norden zu fahren um unser Zelt direkt an einem der zahlreichen Seen aufzubauen. Nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichen wir zum Sonnenaufgang den Ivösjön, wo wir mit einer Seilzugfähre auf die Insel Ivö übersetzen um uns den Campingplatz dort anzusehen. Leider gefällt uns der Platz nicht so gut und wir machen uns, nachdem wir noch etwas die Insel erkundet haben, auf den Weiterweg zu einem Campingplatz bei Valjeviken, direkt am Meer.

Sportfiske

Nachdem unser Lager aufgebaut ist, kommen wir nach der langen Reise erstmal zur Ruhe. Wir schlafen ein bisschen, angeln am eigenen Steg und brunchen direkt am Wasser.

Wir bauen unser erstes Lager direkt am Meer auf.
Brunch direkt am Wasser.

Abends unternehmen wir noch einen kurzen Ausflug zu einer nahegelegenen Marina, wo wir von den Anlegestellen aus angeln dürfen. Hier fangen wir schließlich auch unseren ersten Fisch dieser Tour, eine Rotfeder, die eigentlich ein Süßwasserfisch ist, aber an der Ostsee auch im Brackwasser vorkommt.

Unser erster Fisk.

Nach dem Abendessen bekommen wir, zum Abschluss unseres ersten Tags in Schweden, noch einen unglaublichen Sonnenuntergang zu sehen.

Unser erster schwedischer Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen besuchen wir den Angelladen in Mörrum, der direkt am gleichnamigen Fluss liegt. Die Mörrum zählt zu den bedeutendsten Lachsflüssen Schwedens, was sich auch im Wappen des Ortes wiederspiegelt. Das Personal ist super freundlich und berät uns bei der Auswahl der Richtigen Köder fürs Gebiet. Lachse gibt es hier zwar zurzeit nicht, dafür aber reichlich andere Fischarten.

All diese Fische gibt es hier.

Nach unserem Einkauf fahren wir direkt zum Harasjömåla Fiskecamp, einem der größten Anglercamps Schwedens, um unsere neue Ausrüstung zu testen. Das Gebiet ist riesig und umfasst dutzende kleine Seen, Teiche und Flüsse, an denen extra zum Angeln kleine Stege und Brücken eingerichtet worden sind.

Einer der Angelstege.
Nici und Till bereiten die Ausrüstung vor.
Moritz beim Angeln.
Köderbox.

Wir lassen den Tag ganz ruhig angehen, erkunden die Landschaft rund um den See, essen auf dem Steg und probieren verschiedene Köder und Angelstellen aus. Am Ende des Tages fängt Till schließlich eine Lachsforelle, die es für uns dann als Vorspeise zum Abendessen gibt.

Tills Lachsforelle.

Småland, Kanu & Surströmming

Unsere Reise geht weiter nach Norden, in die Provinz Småland. Die Gegend ist typisch skandinavisch, mit großen Nadelwäldern, vielen Seen und ausgedehnten Mooren. An den Fölingen-Seen finden wir, dank Google-Maps, einen wunderschönen Campingplatz, direkt am See, mit Sandstrand, Kanuverleih und Sprungturm am Steg.

Badesteg mit Sprungturm.
Unser See hat sogar einen Sandstrand.
Unser neuer Lagerplatz

Am nächsten Tag leihen wir uns drei Kanadier aus, mit denen wir die Seen erkunden und etwas angeln wollen. Mit jeweils drei Personen auf den Booten geht es den ganzen Tag über in den Nedre Fölingen, den unteren Fölingen-See, wo es landschaftlich so aussieht, wie man sich Schweden vorstellt.

Im Hintergrund sieht man einen typisch schwedischen Hof.
Unsere Angeln haben wir auch wieder dabei.
Nach jeder Kurfe tut sich wieder eine neue Landschaft auf.

Wieder am Campingplatz angekommen ruhen wir uns etwas aus. Die Kinder lernen in der Zwischenzeit einen Jungen kennen, der ebenfalls aus Deutschland kommt und mit seinem Vater zum Angeln in Schweden ist.

Hier kann man es aushalten.
Till beim Angeln vom Ufer aus.

Wir beschließen, zum Sonnenuntergang nochmal gemeinsam mit den Booten rauszufahren und bekommen von den beiden einige Tipps, wo und wie man hier am besten Hechte fangen kann.

Sonnenuntergang auf dem Wasser.
Man kommt sich vor als würde man übers Wasser schweben.
Auf dem Weg zum Hechte fangen.

An diesem Abend fangen wir zwar keinen Fisch, der tolle Sonnenuntergang auf den Booten entschädigt dafür aber mehr als ausreichend!

Am nächsten Tag geht es zum Einkaufen nach Vimmerby, wo wir im lokalen Angelladen auch die passenden Köder für Hechte kaufen. Im Supermarkt holen wir uns eine Dose Surströmming, das ist vergammelter Heering, der stark faulig riecht und wegen Explosionsgefahr nicht im Flugzeug mitgenommen werden darf! Bei Youtube findet man zahlreiche Videos, wie Leute schon beim Öffnen der Dose kotzen. Hier in Schweden bekommt man das Zeug in jedem Supermarkt – der Verkäufer fand aber trotzdem ziemlich witzig dass wir eine Dose kaufen.

Da durch den Gärungsprozess in der Dose hoher Druck entsteht und die Flüssigkeit beim Öffnen zwangsläufig durch die Gegend spritzt, begeben wir uns erstmal an einen sicheren und abgelegenen Ort. Nici erklärt sich bereit dazu die Dose zu öffnen und tatsächlich spritzt erstmal die stinkende Fischsoße raus.

Original Kallax Surströmming.

Wir sind erstmal enttäuscht, dass man nichts riecht, durch den starken Wind kommt der Gestank aber nur etwas verzögert. Man muss echt aufpassen wo man steht, damit man nicht in einer Surströmming-Wolke landet! Selbst in hundert Metern Entfernung riecht man den verfaulten Fisch noch. Es ist uns ein Rätsel wie man so eine Dose zuhause öffnen kann, ohne dass die ganze Küche voll mit stinkender Fischsoße gespritzt wird. Die meisten von uns können sich nicht vorstellen, das Zeug zu probieren, Nici und Moritz schaffen es aber tatsächlich, einen Happen davon zu nehmen!

Der Löffel muss im Anschluss leider entsorgt werden.

Am nächsten Tag leihen wir uns nochmal die Boote aus und fahren diesmal zu einigen Spots am Övre Fölingen, dem oberen Fölingen-See, an denen wir Hechte vermuten. Tatsächlich fangen wir, dank unseres neu erlangten Wissens und den richtigen Ködern, direkt zwei hintereinander!

Simon fängt den ersten Hecht.
Mission Hecht: abgehakt.

Stockholm

Etwas südlich von Stockholm finden wir einen Campingplatz am Meer, an dem wir zwei Nächte bleiben wollen um uns von dort aus die Hauptstadt Schwedens anzusehen.

Mit unserem neuen Kocher von Primus ist das Kochen deutlich angenehmer als früher.

Da die Parksituation in Stockholm laut Internet eher schwierig ist und wir mit unserem großen Bus auch nicht in Tiefgaragen fahren können, beschließen wir nur bis zum Infartsparkering nach Flemingsberg zu fahren und von dort aus mit dem Zug in die Stadt zu fahren. Die Stadt wollen wir dann zu Fuß und mit der Tunnelbana erkunden. Für umgerechnet acht Euro pro Person bekommen wir ein Tagesticket für Zug und Tunnelbana, das einfach auf eine Plastikkarte übertragen wird, mit der wir durch die Schranken an den Bahnhöfen kommen.

Ein sehr moderner Bahnhof.

Mit der Tunnelbana fahren wir zuerst nach Östermalm zur Saluhall, einer Markthalle in der es Lebensmittel und Delikatessen gibt. Leider wird die historische Halle gerade umgebaut und wir können nur die modernere Halle gegenüber besichtigen. Das Essen hier ist recht teuer und wir probieren nur etwas Kuchen und Kanelbullar, eines der bekanntesten und beliebtesten schwedischen Gebäcke, das man am ehesten mit einer Zimtschnecke vergleichen kann.

Die neue Saluhall.
Prinzessinnentorte gibt es hier überall - nicht nur beim IKEA.

Danach geht es am Palast vorbei in die Altstadt, wo man die für Stockholm typischen bunten Häuser aus dem 17ten Jahrhundert findet.

Im Hintergrund sieht man den Vergnügungspark Gröna Lund.
Vor dem Palast.
Die Altstadt Stockholms.

Da wir inzwischen hungrig sind, schauen wir bei TripAdvisor, welche Restaurants in Stockholm so empfohlen werden. Schnell finden wir etwas interessantes, das für uns in Frage kommt: Das Kajsas Fisk in den Hotorgshallen soll Stockholms beliebtestes Fischlokal sein. Tatsächlich finden wir hier fast ausschließlich Einheimische, die allesamt dieselbe Fischsuppe bestellen. Wir tun es ihnen gleich und werden nicht enttäuscht – die Suppe ist wirklich lecker und im Vergleich zu den anderen Essenspreisen in der Stadt auch gut bezahlbar. Außerdem darf man sich so oft nachholen wie man möchte!

Die Fischsuppe im Kajsas Fisk ist sehr lecker.

Nach dem Essen schlendern wir noch durch die Hotorgshallen (übersetzt: Heumarkthalle), in der es einiges zum Probieren gibt. Manches sehr lecker, manches weniger.

Als wir die Stadt weiter erkunden stolpern wir in einen Games Workshop, in dem uns das Personal breitwillig das Spiel Warhammer 40k – ein Tabletop-Spiel, das in einer dystopischen Zukunft spielt – erklärt und uns auch direkt auf eine Partie einlädt. Man bewegt dabei kleine, selbstbemalte Figuren auf einem dreidimensionalen Spielfeld und entscheidet durch Würfeln, ob man den Gegner trifft, wie viel Schaden der Treffer verursacht etc. Die Leute dort waren allesamt sehr freundlich und haben unsere Partie mit viel Humor, Hintergrundwissen und Backstorys zu den einzelnen Parteien und Figuren angeleitet. Wir sind immer wieder überrascht, wie herzlich und offen die Leute in Schweden sind. Gerade der super nette Umgang mit Kindern fällt uns immer wieder positiv auf!

GamesWorkshop Stockholm.

Im Stadtzentrum besuchen wir noch einen Souvenir-Shop und kaufen Schweden-Sticker für unseren neuen Kocher, bevor es mit dem Zug zurück zu unserem Auto geht.

Einkaufsstraße in der Innenstadt.

Värmland, IKEA und die schwimmende Insel

Eigentlich ist geplant, nach unserem Stockholm-Aufenthalt mit der Fähre auf die finnischen Åland-Inseln zu fahren und dort zu Bouldern. Leider soll es dort aber die komplette nächste Woche regnen und wir entscheiden uns deshalb dazu, weiter nach Westen, zu den großen Seen Vänern und Vättern zu fahren, da der Wetterbericht dort besser aussieht.

Unsere Reise geht also weiter nach Värmland, einer Schwedischen Provinz nördlich des Vänern, dem größten See Europas, die direkt an der norwegischen Grenze liegt. Wir finden per Google Maps wieder einen genialen Campingplatz in der Nähe von Karlstad, direkt an einem kleineren See gelegen.

Dank unserer neuen Taschen gibt es beim Auf- und Abbauen kein Chaos mehr.
Nici und Simon in der Hängematte.
Unser neues Zelt ist schnell aufgebaut.

Am nächsten Tag überrascht uns dann doch der Regen und wir beschließen nach Karlstad zu fahren um zu schauen, was wir dort eventuell unternehmen können. Auf dem Weg nach Karlstadt entscheiden wir uns aber doch um und landen spontan im nächsten IKEA. Dort gibt es erstmal für alle Wienerkorv (übersetzt: Hotdogs, die gibt es in Schweden wirklich überall!) und chillen in den ausgestellten Betten und einem komplett eingerichteten Wohnzimmer mit Free Wifi und unendlich oft nachfüllbaren Getränken. Anschließend gibt es noch Köttbullar und Pommes, bis der Regen schließlich nachlässt.

Betten testen im IKEA.
Köttbullar.

Da wir eh schon in der Nähe von Karlstad sind und es hier einen See mit Regenbogenforellen gibt, holen wir uns kurzerhand Fischereikarten und verbringen den restlichen Tag am See. In Schweden braucht man zum Angeln keinen Schein, sondern holt sich an den Seen Tageskarten die zwischen 5 und 25 Euro kosten. Das Fischen im Meer und in den fünf größten Seen ist grundsätzlich kostenlos und für jedermann frei auszuüben. Kinder dürfen in Schweden gefühlt sowieso alles und zahlen für nichts! So ist an den meisten Seen für sie auch das Angeln umsonst.

Nici beim Angeln.
Simon beim Angeln.

Am nächsten Morgen haben wir auf unserer Tour das letzte Mal richtig gutes Wetter. Wir springen also erstmal in den See um richtig wach zu werden, bevor es nach Karlstad zum Einkaufen geht. Nachmittags wollen wir uns Boote leihen um die Inseln auf dem See zu erkunden.

Wenn die Sonne scheint, ist es zum Baden warm genug.
Fabi und Till springen ins Wasser.

Zurück aus Karlstad treffen wir auf den Besitzer des Campingplatzes, der meint, statt den Kanus könnten wir auch ein großes Raft mit Elektromotor haben, auf dem unsere ganze Gruppe locker Platz haben soll. Wir können uns erst nichts darunter vorstellen, sind dann aber mehr als positiv überrascht von dem Gefährt, und reservieren es uns gleich für den kompletten Tag. Es handelt sich dabei um eine Art schwimmende Terrasse inklusive Picknicktisch, auf der wir abends auch gleich noch kochen und essen können. Wir beladen unsere Schwimmende Insel also mit all der benötigten Ausrüstung für unsere kleine Expedition, laden die Batterien nochmal etwas auf und machen uns auf den Weg, den See zu erkunden.

Unsere schwimmende Insel.
Mit dem kleinen Elektromotor ist man eher gemütlich unterwegs.
Wir sind bereit den See zu erkunden.

Als wir eine Runde im See gedreht haben, legen wir an einer der Inseln an, die recht schnell erkundet ist. Danach geht es an eine Stelle am gegenüberliegenden Ufer, wo wir eine schöne Feuerstelle finden.

Unsere Anlegestelle.
So stellt man sich Skandinavien vor.

Zum Kochen und Essen fahren wir nochmal in die Mitte des Sees. Nebenbei angeln wir auch noch ein bisschen und genießen den Sonnenuntergang, der wie immer unglaublich lang ist!

Unser neuer Kocher ist ebenfalls mit an Bord.
Mit Abstand das coolste Abendessen, das wir bisher auf Tour hatten.
Vom Floß aus kann man auch gut angeln.

Zurück an unserer Feuerstelle sammeln wir erstmal Holz und holen unseren restlichen Proviant von Bord. Der Sonnenuntergang ist immer noch nicht vorbei, also machen wir noch ein paar mehr Fotos.

Moritz kommt an Land.
Nici schaut sich den Sonnenuntergang an.
Alle Kids unserer Gruppe.

Unsere Lagerfeuerstelle ist gemütlich und sehr abgelegen. Weiter hinten im Wald gibt es einen überdachten Unterschlupf und ein kleines Klohäuschen, obwohl sich hierher vermutlich nicht sehr oft Leute verirren.

Unser Lagerfeuerplatz.
Lagerfeuerstimmung.

Göteborg

Der Wetterbericht für die nächsten Tage sieht mies aus. Den ganzen Vormittag schauen wir im Zelt Wetterberichte von verschiedenen Orten in unserer Reichweite durch und entschließen uns schließlich dazu, in Richtung Süden aufzubrechen und noch Göteborg und Kopenhagen anzuschauen.

Als wir in Göteborg ankommen, hört es sogar auf zu regnen und wir laufen einfach mal ohne Reiseführer quer durch die Stadt.

Unterwegs in Göteborg.
Hier gibt es eine Trambahn.
Emma und Sophia am Wasser.
Im Hintergrund sieht man die Feskekörka, die Fischkirche.

Zum Abendessen finden wir bei TripAdvisor ein nettes rustikales Lokal, das Solrosen. Das Hauptgericht – jeden Tag stehen fünf wechselnde Gerichte zur Auswahl – holt man sich hier direkt an der Theke, an einer Salatbar kann man sich dann noch so viele Beilagen holen wie man möchte. Das Ganze erinnert zwar ein bisschen an eine Mischung aus Pub und Kantine, die Qualität des Essens ist aber ausgezeichnet und der Service sehr liebenswert. Im absolut fairen Preis ist sogar noch ein Getränk enthalten.

Unser Abendessen im Solrosen.

Da das Wetter bis zum nächsten Tag stabil bleiben soll, breiten wir unsere Isomatten und Schlafsäcke einfach am Stråvalla Strand – einem schönen Sandstrand ungefähr eine Stunde südlich von Göteborg – aus. Pünktlich um acht Uhr morgens werden wir vom Regen geweckt und machen uns auf den Weiterweg nach Kopenhagen.

Kopenhagen

Der Weg nach Kopenhagen führt uns über die Öresundbrücke, die mit fast acht Kilometern Länge die größte Schrägseilbrücke der Welt ist und Schweden mit Dänemark verbindet.

Die Öresundbrücke.

In Kopenhagen angekommen finden wir zu unserer Überraschung direkt einen Parkplatz im Stadtzentrum. Von hier aus wollen wir eine Bootstour unternehmen um die Stadt vom Wasser aus kennenzulernen, was sich wegen der zahlreichen Wasserwege und Kanäle anbietet.

Sebi und Fabi im überdachten Bereich des Boots.
Unser Guide hat einige interessante Informationen zur Stadt.
Die Kissing Bridge hat ihren Namen von der Bewegung beim Öffnen für die Durchfahrt größerer Schiffe.

Kopenhagen ist mit Abstand die interessanteste Stadt die wir auf unserem Trip kennengelernt haben. Man findet hier viele Kontraste, und einen Flair, der mit keiner anderen Stadt vergleichbar ist. Eine sehr gut gelungene Symbiose von klassischer und moderner Architektur, die Hippie-Freistadt Christiania in der direkten Nähe des dänischen Palastes, tolle Restaurants bei Nyhavn aber auch eine alte Papierfabrik – Papirøen – voll mit Food-Trucks. Überall in der Stadt ist man ständig von Wasser umgeben. Viele toll designte Brücken führen über die Kanäle in denen große alte Dreimaster neben kleinen Hausbooten liegen. Hier ist wirklich für jeden was dabei!

Die Königliche Yacht liegt im Hafen.
Mit dem Kran rechts im Bild wurden früher die Mäste der Segelschiffe aufgestellt.
Die Kleine Meerjungfrau (dänisch Den lille Havfrue) von Edvard Eriksen.
Hier lagen früher Kanonenboote der dänischen Marine.
Eines der vielen gemütlichen Hausboote.

Nach unserer Bootsrundfahrt laufen wir durch den Nyhavn um schließlich zur Papirøen – der Halle mit den Food-Trucks – zu kommen.

Nici mit dem Nyhavn im Hintergrund.
Der Nyhavn.

Die Papirøen-Halle übertrifft unsere Erwartungen total! Die Stimmung dort ist überhaupt nicht vergleichbar mit den Markthallen die wir in Stockholm besichtigt haben. Hier gibt es echt ausgefallene Sachen, wie zum Beispiel Pulled-Duck-Burger, aber auch Klassiker wie Smørrebrød. Das alles in sehr ausgelassener Atmosphäre und jungem, eher alternativem, Publikum. Wir probieren uns durch einige Stände durch, man bekommt überall kleine Proben angeboten, bevor wir uns dann für die Pulled-Duck-Burger entscheiden. Fabi holt sich ein leckeres vegetarisches Gericht bei einem indischen Stand.

Sebi mit seinem DUCK IT Burger.
Das komplette Sriracha-Sortiment.
Ausgefallene Hotdogs.
Es sind Food-Trucks aller möglicher Nationalitäten vertreten.
Free Samples.
Der DUCK IT Truck.

Auf dem Rückweg zum Auto haben wir von den zahlreichen Brücken aus nochmal eine tolle Sicht auf die Uferpromenaden der verschiedenen Kanäle.

Der Aufgang auf die Kissing Bridge.
Die gelben Boote zählen zum öffentlichen Nahverkehr.
Das Royal Danish Theater direkt am Wasser.
Die Oper.
Auf dem Rückweg zum Auto.

Heading Home

Noch am selben Tag machen wir uns auf den Weg nach Gedser, wo wir mit der Fähre nach Rostock übersetzen wollen um am nächsten Tag nach München durchfahren zu können. Da unser Zelt vom letzten Regen noch ziemlich nass ist, würden wir uns das erneute aufbauen am Campingplatz lieber sparen. Da es immernoch durchregnet kommt biwakieren aber auch nicht in Frage. Wir haben die Idee, in den Rostocker Kletterhallen nachzufragen, ob wir vielleicht dort irgendwie übernachten können. Till versucht es als erstes bei den Felshelden – einer kleinen Boulderhalle direkt neben der Warnemünde Werft – und wir haben direkt Glück und eine Zusage für die Übernachtung in der Tasche!

Die Überfahrt mit der Fähre dauert nur 1 Stunde 45 Minuten. Nach einem kleinen Essen in der Kantine verbringen wir die meiste Zeit auf Deck. Der Sturm und der Regen auf See machen die Überfahrt besonders spannend!

Skandinavien liegt nun hinter uns.
Auf dem Deck unserer Fähre.
Ein Rettungsboot.
Sophias Jacke in der passenden Farbe.
Beaufort 6 auf der Ostsee.

In Rostock angekommen fahren wir direkt zur Boulderhalle, wo gleich alle Bescheid wissen und uns total herzlich empfangen. Wir können duschen und unsere nassen Sachen trocknen. Vom Hostel nebenan, dem DOCK INN, bekommen wir zum spezial Freundschaftspreis noch Flammkuchen für alle zum Abendessen vorbeigebracht. Tatsächlich wurden wir hier so nett empfangen, dass wir fürs nächste Programm überlegen nochmal geplant vorbeizukommen.

Unser super gemütliches Abendessen bei den Felshelden.
Vielen Dank ans DOCK IN für die leckere Verpflegung!
Nach der langen Fahrt und dem schlechten Wetter der letzten Tage können wir uns hier richtig gut ausruhen.
Super cool, mal in einer Boulderhalle zu übernachten.
Vom Sturm und dem Regen draußen merkt man hier nichts.

Für den nächsten Morgen haben wir nochmal ein super Angebot von unseren Nachbarn, dem DOCK INN: Für einen super fairen Gruppenpreis dürfen wir uns so viel wir möchten am Frühstücks-Buffet bedienen! Es gibt mehrere verschiedene Brotsorten, frische Croissants, mehrere Müsli und viele verschiedene Aufstriche, Marmeladen und Getränke – mit Abstand das beste Frühstück das wir während unserer Reise hatten!

Das Frühstücksbuffet bietet alles was das Herz begehrt.
Das Ambiente im DOCK INN ist gemütlich und ausßergewöhnlich.
Till genießt das leckere Frühstück.

Leider geht es für uns jetzt erstmal wieder zurück nach Haus, da die Sommerferien sich dem Ende zuneigen. In Zukunft wird es uns aber sicher noch das ein oder andere Mal in den Norden ziehen, hier gibt es noch so viel mehr zu entdecken!

Vielen Dank an:

Bergans, für das tolle Wiglo-Gruppenzelt, das uns zur Verfügung gestellt wurde – das gemeinsame Unterwegssein macht damit noch mehr Spaß als früher!

Primus, für den Kinja-Kocher, mit dem das Kochen für unsere Gruppe nun viel unkomplizierter ist!

Die Felshelden in Rostock, die uns sofort und ganz unkompliziert in ihrer schönen Boulderhalle haben übernachten lassen als unsere Sachen nass waren und das Wetter einfach nicht besser wurde!

Das DOCK INN in Rostock, das uns mit leckeren Flammkuchen und einem tollen Frühstück versorgt hat!

Die JDAV Sektion Oberland und speziell unsere Jugendreferentin, ohne die unsere Aktionen gar nicht erst möglich wären!

Außerdem gibt es noch ein Lob an alle Kids, sie haben sich sehr selbständig um ihre Planungsaufgaben und das Kochen und Einkaufen gekümmert, sodass fast immer alles wie von selbst gelaufen ist!